Geschichte(n)           Oschatz im Mittelalter          Gibt es ältere Häuser ?    

 

Vogtshaus Oschatz

Bewacht ein altes Denkmal mit ängstlicher Sorgfalt, 
Zählt seine Steine, wie die Edelsteine einer Krone, 
stellt Wachen auf, wie an den Toren einer belagerten Stadt,
Bindet es mit Eisenklammern zusammen, wo es sich löst,
stützt es mit Balken, wo es sich neigt, kümmert euch nicht um die Unansehnlichkeiten solcher Stützen: Besser eine Krücke, als ein verlorenes Glied. 
Tut dies alles zärtlich und ehrfurchtsvoll und unermüdlich und noch so manches Geschlecht wird unter seinem Schatten erstehen, leben und wieder vergehen. 
                                                                        John Ruskin 1849
 

Der Oschatzer Vogtshof von Gert Jubisch   

Um =1180= Errichtung des romanischen Vogtshofes auf der Anhöhe des jetzigen Kirchplatzes gegenüber dem Vorgängerbau der heutigen Kirche St. Aegidien. In beiden Bauten wurden als Machtzentrum in der aufblühenden Stadt die Interessen vom Bistum und Markgrafschaft Meißen vertreten.

=1478= Verkauf des jetzt als Rathaus bezeichneten Grundstücks an Wolf von Schleinitz auf Ragewitz.

=1526= Nach dem Tod des Besitzers wurde das Haus an Christoph von Truchsaß auf Wellerswalda verkauft.

=1544= Erwerb durch die Tuchmacherinnung als Siegelhaus. Damit ging eine 66jährige Geschichte als adliges Freihaus zu Ende.

=1843= Nach dem Niedergang der Produktion von hochwertigen Tuchen in Oschatz und der Auswirkungen des Stadtbrandes von 1842 auf die Stadt, übernahm die „Stadtcommune" es wieder in ihren Besitz. Damit endete auch nach 300 Jahren die Tuchfabrikation.

=1852= Durch den Verkauf an den Ratsschreiber Moritz Kopp begann eine Nutzung als Wohnhaus. In der Zeit bis 1989 blieb, trotz mehrfachen Wechsels der Eigentümer, diese Nutzung erhalten.

=1991= Nach Leerstand erfolgte in den Jahren 1991 bis 1993 eine Gebäudesicherung und erste baugeschichtliche Untersuchungen wurden durchgeführt.

=2006= Nach Rückübertragung 1995 an den Alteigentümer kaufte die Stadt das Grundstück zurück und damit war der Grundstein für eine umfassende bauhistorische Erforschung und Sanierung gelegt.

=24.10.2009= Feierliche Eröffnung des Vogtshauses und Freigabe für die künftige Nutzung als Haus des Handwerks. Eine ausführliche Darstellung der Ereignisse ist in der Broschüre nachzulesen, die  entweder im Haus oder bei der Oschatz-Information für 4 Euro erhältlich ist.















...oder war es alles so, wie es im Stadtmuseum beschrieben ist?



...oder war es so wie im Modell von Dr. Remus , welches eifrig nachgebaut wurde,


einmal für das Museum, dort zu bestaunen..

einmal für das Vogtshaus von Johannes Voigt


Mehr Geschichte und Geschichten aus der Reihe „Oschatzer Geschichte (n)“ 

Die Broschüre ist im Haus erhältlich oder bei der Oschatz-Information zu einem Unkostenpreis von 4 Euro.


Andrea Sander und Dr. Torsten Remus schreiben im Jahresheft des LA Denkmalpflege Sachsen 2008, S. 50:

„Es stellt das historisch und kunstgeschichtlich bedeutendste steinerne Haus der Zeit um 1200 im städtischen Kontext dar, das innerhalb Sachsens bekannt ist…“


Trotzdem bleiben noch viele historische und archäologische Fragen.

Wir behaupten: Das Vogtshaus ist das älteste bedeutendste Steinhaus profaner Bauart in Sachsen…oder gar in Mitteldeutschland?

Wo gibt es in unseren Landen noch vergleichbare Profanbauten aus dieser Zeit?


Wie sah Oschatz im Mittelalter aus?



















































                                                       Der Umbauplan 2008






no. 182

praetorium antiquum (das alte Schultheißenhaus)

Vogtei

Altes Rathaus

Schultheißenhaus

Stadtgerichtshaus

Schleinitzer Hof

Adliges Freihaus

Siegelhaus der Tuchmacher 


Ansicht um 1840 aus Oschatz-Damals.de    http://www.oschatz-damals.de/stich/s073.htm


Auszüge aus  der Hoffmannschen Stadtchronik 1840 und der Kirchengalerie.


Lithografie vor dem Stadtbrand 1842, Original erworben 2011 von Dr. Manfred Schollmeyer:







































Die Sparkassenstiftung unterstützte die Restaurierung der Schätze im Tuchmacherhaus 


http://www.stiftung-torgau-oschatz.de/?p=146