Zur Weihe des alten Hauses

 

Vogtshaus Oschatz

 
 

Schaut her liebe Gäste und Oschatzer  Leut

dass ihr Euch an diesem Bauwerk erfreut

Ein steinalter – um  1200 erbauter  Schatz

steht hier frisch restauriert auf dem Platz


Das  Vogtshaus  erstrahlt heute im neuen Glanz

zur Sankt  Aegidienkirche  in  nur kurzer  Distanz

Der  Stadtrat hat  einst den Umbau  beschlossen

Vom Amt in Dresden sind  Gelder geflossen


Das Denkmal sollte den alten Schleier verlieren

Ein Haus des Handwerks wollte man arrangieren

So begann es- das Fest - für die Archäologen

Jeder Stein wurde sorgsam nun abgewogen.


Herausgepickt hat man  aus  dicker  Mauer

romanisches Kunstwerk der einst´gen Erbauer

So erblickten die Säulen von Oschatz das Licht

Ein Jedermann bekommt sie heut zu Gesicht


Wappen und Zunftzeichen hob man hervor

Rankenmalerei und manch uraltes  Dekor,

Die Eichensäule,  auch den Schlüssel zum Haus

schälten   Restauratoren   behutsam heraus.


Geschickt ist man in jeden Winkel gekrochen

fand Raritäten vergangener Baustil- Epochen

Mit dem Fund  Barbarossa´s  Siegelring

die OAZ am ersten  April die Leute einfing.


Man berichtet fortan munter vom Baugeschehen

Der Stadt drohte oftmals  das Geld auszugehen

Bald herrscht dort wieder geschäftiges Treiben

hinter den kunstvollen Türen und Scheiben..


Da -wo einst der Stadtvogt die Amtsgewalt  übte

als des Meißner Markgrafen Lande erblühte

Der zum Landthing unterwegs auf der hohen Straße

am  Kamin hier wohl hat  gewärmt seine Nase.


Und als später  am Neumarkt das Rathaus  entstand

war das   Freihaus -als Lehen dann - in adliger Hand

Bot derer von  Schleinitz und Truchseß die Unterkunft

bis es erwarb dann die  reiche Tuchmacherzunft


Fertiges Tuch bekam hier Qualitätsbrief und Siegel

Das Hauszeichen entstand am vorderen Giebel.

Beim letzten Stadtbrand  blieb das  Bauwerk verschont

und ward später von Oschatzer Bürgern bewohnt.


Nun hat man  es mit viel handwerklichem  Geschick

Mühe und Sachverstand  ins  rechte Licht gerückt

Die Historiker werden  erneut darüber befinden

den Ursprung von Oschatz als  Stadt zu begründen


Dank denen, die das Werk auf den Weg gebracht

den Schatz gehoben in dieser erhabenen  Pracht

Dank dem Stadtbaumeister  in dessen Augenlicht

sich heute  spiegelt die barocke Fassadenansicht


Wollt Ihr durch das Haus auf eine Zeitreise gehn

dann lasst Euch am Tag des Denkmals hier sehn

 

Ode an das Haus

Autor: Grit Jähn