Mitternachtsblüten- Das Leben der Anna von Hessen

 
 
 

Elisabeth von Rochlitz, deren 500 Jahre alter Briefschatz, durch Dr. André Thieme ediert, die Fakten der Reformationsgeschichte im Herzogtum Sachsen auch um einen Sprachschatz und alltägliche Dinge bereicherte, die Revoluzzerin, längst zum Trickfilmstar im Schlösserland Sachsen avanciert und im Focus der  Ausstellungen im Schloss Rochlitz zur Powerfrau aufgestiegen, hat in Anja Zimmer eine Botschafterin in das 21. Jahrhundert gefunden.


Mit ihrer „Lissy“, die in Anja Zimmers Roman "Auf dass wir klug werden" im Hessischen aufwächst und schon als Kind dem Haus Sachsen versprochen war  und in der Fortsetzung  "Ein Paradies gebaut auf Sand" am sächsischen Hof, später verwitwet in Rochlitz, sich mitten im schmalkaldischen Krieg befand, eroberte die Autorin bereits die geschichtsinteressierte Leserschaft. 


Eine grün glassierte Kachelscherbe, die im Vogtshaus Oschatz an einem Renaissance-Kachelofen des 16. Jahrhunderts die Erinnerung an die Herzogin Elisabeth noch lange warm hielt, wo sich auch das Bildnis ihres Bruders Landgraf Philipp von Hessen befand, führte uns auf die Spur der Geschichte und Geschichten um Anja Zimmers Protagonisten.


Die im hessischen Marburg aufgewachsene Autorin war mit den Nachfahren der hessischen Landesmutter Anna zur Schule gegangen und nahm mit ihrem Debütroman "Mitternachtsblüten" die Geschichte Annas von Hessen ins Visier. Wie einst Annas Tochter Elisabeth beschreitet sie nun  den Weg nach Sachsen, um in Oschatz und an den Romanschauplätzen Dresden, Torgau, Rochlitz, Wittenberg und Mühlberg zu lesen.


Im grünen Samtkleid mit den Märchenfee-Tütenärmeln las Anja Zimmer das Vogtshauspublikum in eine Lauschtrance. Ein nicht nicht unbedeutendes Stück Medizingeschichte des 16. Jahrhunderts wurde im Verlauf des Abends beleuchtet. "Der deutsche Adel war flächendeckend versorgt mit Syphilis“- sagte Anja Zimmer und  Frank Glabian, der Barde an ihrer Seite, parierte mit der Laute und dem Gesang "Der grimmig Tod“.


Der Kampf dieser mutigen Mutter um die Rechte für ihren Sohn  Philipp rundete den Reigen der Geschichtsstunden um die Reformationsfürsten und die starken Frauen wunderbar ab.


Mit Frank Glabians whiskyrauchigen "Come Again" verzog sich das Gewitter draußen und Anja Zimmer wurde gekrönt  mit einer Königin der Nacht, die irgendwann eine Mitternachtsblüte tragen wird zur Erinnerung an den schönen Abend.


Herzlichen Dank an Anja Zimmer und Frank Glabian.


Grit Jähn

Vogtshaus Oschatz e.V.


Fotos: Dirk Hunger

 

Eine Autorenlesung mit Anja Zimmer

Anja Zimmer

-schwätzt hessisch

-schreibt Geschichte


Mehr von der  Autorin

auf der Website des Verlages:

www.frauenzimmer-verlag.de


25.04.2013 im Vogtshaus

24.04.2013 auf Schloss Thammenhain